Kurzfassung des Romans
 "Die Martinsklause"
oder „Der Fluch der Salmued“
Bühnenstück von Max Reichenwallner, frei nach Ludwig Ganghofer
Freilicht-Aufführung in zwei Akten.
Es war einmal, so im 12. Jahrhundert, da gab es eine Gegend zwischen Salzburg und Reichenhall, welche der Berchtold-Gaden hieß.
Öde war dieser Flecken Erde, wild und abschreckend. Bär und Wolf und gar Drachen hatten hier ihre Heimstätte, der „Bid“ hauste im Schönsee und böse Geister wachten über das Land.
Es waren nur wenige Menschen, Jäger und Hirten, die hier ein karges Dasein führten.
Zu aller Not und Entbehrung die sie hatten, gab es auch noch einen Tyrannen, der ihnen das Leben schwer machte. Herr Waze von Falkenstein, Spisar der Grafen von Sulzbach, war Herr über Leib und Leben seiner Untertanen. Er und seine sieben Buben saßen auf ihrer Felsenburg hoch über dem Schönsee und herrschten wild und verwegen über das ganze Land. Und die Männer im Gaden hatten Angst um ihre Frauen und Töchter, welche die Wazemänner voll Begierde verfolgten. In dieser für die Menschen so schrecklichen Zeit wurde Pater Eberwein mit einigen Brüdern aus dem Orden des heiligen Augustinus vom Kloster Raitenbach am Tegernsee nach Berchtesgaden versetzt, um hier ein Kloster zu gründen und das Christentum in dieser heidnischen Welt zu verbreiten. Sie kamen mit heiligem Eifer in diese wüste Gegend. Eigel, der Kohlmann führte Eberwein und seine Brüder in ihr neues Land ein. Er zeigte ihnen die Schönheit im Gaden, worauf Eberwein voll Staunen und Demut ausrief: „Herr, wen Du lieb hast, den lässt du fallen in dieses Land“.
Eigels Verlobte war Salmued, die auch ein Opfer Wazes wurde. Er erzählte den Mönchen vom Leid seiner Mitbewohner. Eberwein versprach, die Herrschaft Wazes zu brechen und dem Land Frieden und Eintracht zu bringen. Im Gaden lebte auch der Fischer Sigenot. Er hatte die Fischenz im Land und war ein furchtloser und geachteter Mann. Der Einzige, an den sich Waze und seine Söhne nicht hintrauten. Sigenot hatte eine junge Schwester, sie hieß Rötli und stach Wazes ältestem Sohn Henning besonders in die Augen. Doch Sigenot behütete sie wie seinen Augapfel. Der Wazesohn in seiner Gier nach dem Mädchen, das er um jeden Preis besitzen wollte, schreckte auch vor einem Mordversuch an ihrem Bruder nicht zurück. Sigenot steht von nun an zu Eberwein. Dieser sucht Waze in seiner Burg auf, um mit ihm zu rechten. Bei dieser Auseinandersetzung wird der Mönch von den Wazebuben überwältigt und ins Bußloch gesteckt. Inzwischen erschlägt Ruedlieb, der Sohn des Richtmanns Schönauer, der mit Rötli in Lieb und Treu verbunden ist, in Notwehr einen Knecht Wazes. Auf den Rat Sigenots flüchten die Liebenden in eine Hütte auf Wazes Bannberg, wo sie sich sicher wähnten. Doch Waze erfuhr von dem Aufenthaltsort der Beiden und befahl, sie zu verfolgen.
Recka, Wazes Tochter hat sich im Streit von ihrer grausamen Sippe getrennt. Sie eilt mit Sigenot, dem sie in Liebe zugetan ist, den Flüchtenden am Bannberg zu Hilfe. Während des Aufstiegs erschüttert ein Beben den ganzen Gaden. Alle Bewohner des Tales fürchten um ihr Leben. Steinlawinen lösen sich überall und schieben und rollen die Berge herab. Das ganze Tal ist bedeckt von Schutt und Staub und auf dem Bannberg kämpfen Freund und Feind gegen die entfesselten Naturgewalten. Wazes ganze Sippe endet auf ihrem Berg. Als Zeichen und Mahnung für die nachfolgenden Generationen steht seither der Watzmann in seiner heutigen Gestalt majestätisch über Berchtesgaden.




